Thailand >> 30 oder 60-Tage-Visa-Exemption :
Was ist aktuell (30.06.2026)
Thailand kippt die 60-Tage-Visa-Exemption: Was du jetzt wissen musst
Wer in den letzten zwei Jahren ohne Visum nach Thailand eingereist ist, kennt es: 60 Tage visafrei im Land, plus die Möglichkeit, einmal um weitere 30 Tage zu verlängern. Diese Regelung war für viele Langzeiturlauber, digitale Nomaden und auch für Auswanderer in der Übergangsphase ein echter Komfort – Schluss damit. Das thailändische Kabinett hat die Rückkehr zur alten 30-Tage-Regel beschlossen. Was das genau bedeutet, wann es greift und wen es betrifft, schauen wir uns hier im Detail an.
Wichtig
Stand Juli 2026: Die neue 30-Tage-Regel ist noch nicht in Kraft. Die Kabinettsentscheidung wurde noch nicht im Royal Gazette veröffentlicht – bis dahin gilt an der Grenze weiterhin die alte 60-Tage-Regelung. Sobald die Veröffentlichung erfolgt, tritt die neue Regel 15 Tage später in Kraft.Die kurze Version
Das thailändische Kabinett hat am 19. Mai 2026 beschlossen, die seit Juli 2024 geltende 60-Tage-Visa-Exemption wieder abzuschaffen. Für die meisten der bisher 93 begünstigten Länder und Territorien gilt künftig wieder nur noch eine visumsfreie Einreise für 30 Tage. Eine kleinere Gruppe von drei Ländern (Malediven, Mauritius, Seychellen) wird sogar auf 15 Tage zurückgestuft.
Wichtig: Die Änderung ist zwar vom Kabinett beschlossen, aber noch nicht im Royal Gazette veröffentlicht – und damit auch noch nicht rechtskräftig. Solange diese Veröffentlichung nicht erfolgt ist, gilt an der Grenze weiterhin die alte 60-Tage-Regelung.
Titel: „Thai Cabinet approves revision of 60-day visa exemption scheme pending Royal Gazette publication“ (21. Mai 2026) – bestätigt genau die Eckpunkte aus deinem Artikel: 54 Länder auf 30 Tage, 3 Länder auf 15 Tage, Inkrafttreten erst 15 Tage nach Veröffentlichung im Royal Gazette, bis dahin gelten die aktuellen Einreisebedingungen weiter.
Wie kam es zu der 60-Tage-Regel überhaupt?
Um das Ganze einzuordnen, lohnt sich ein kurzer Blick zurück. Im Juli 2024 hatte Thailand die Visa-Exemption für Staatsangehörige aus 93 Ländern deutlich grosszügiger gestaltet: Statt der vorher üblichen 30 Tage durften Reisende plötzlich 60 Tage visafrei im Land bleiben – mit der Option, einmal um weitere 30 Tage zu verlängern. Das ergab in der Spitze eine maximale Aufenthaltsdauer von 90 Tagen ganz ohne klassisches Visum.
Hintergrund dieser Liberalisierung war die Tourismusförderung nach der Corona-Pandemie. Thailand wollte sich als besonders einladendes Reiseziel positionieren und gleichzeitig die wachsende Zielgruppe der digitalen Nomaden und Langzeitreisenden ansprechen, die sich bislang oft mit komplizierteren Visa-Lösungen herumschlagen mussten.
Was sich jetzt konkret ändert
Die Entscheidung vom 19. Mai 2026 dreht diese Liberalisierung in weiten Teilen wieder zurück. Nach offizieller Begründung der Regierung soll die Reform mehrere Ziele verfolgen: Überschneidungen zwischen verschiedenen Visa-Kategorien sollen reduziert, Sicherheitsaspekte stärker berücksichtigt und die Visa-Politik insgesamt enger an wirtschaftliche und außenpolitische Überlegungen gekoppelt werden. In der Praxis bedeutet das für die meisten Reisenden: weniger visumsfreie Tage.
Das neue System sieht im Kern drei Kategorien vor:
30 Tage visumsfrei gilt künftig für 54 Länder und Territorien – darunter Deutschland und praktisch alle anderen EU-Staaten, die Schweiz, Österreich, die USA, Großbritannien, Australien, Kanada, Japan und Südkorea. Wer also als deutscher, österreichischer oder Schweizer Staatsbürger nach Thailand reist, fällt in diese Gruppe.
15 Tage visumsfrei betrifft nur noch drei kleinere Inselstaaten: die Malediven, Mauritius und die Seychellen.
Visa on Arrival wird ebenfalls deutlich eingeschränkt. Bisher konnten Staatsangehörige aus 31 Ländern ein Visum direkt bei Ankunft beantragen, künftig sind es nur noch vier: Aserbaidschan, Belarus, Indien und Serbien. Besonders bemerkenswert ist hier der Fall Indien: Erst im Februar 2026 war Indien in die 60-Tage-Liste aufgenommen worden, fällt nun aber auf gerade einmal 15 Tage Visa on Arrival zurück – ein deutlicher Einschnitt für einen Markt, der 2025 mit 2,48 Millionen Ankünften der drittgrößte Herkunftsmarkt für den thailändischen Tourismus war.
Bilaterale Abkommen bleiben unberührt
Eine wichtige Differenzierung: Separate zwischenstaatliche Abkommen, die unabhängig von der allgemeinen Visa-Exemption-Liste bestehen, sind von dieser Reform nicht betroffen. Das betrifft zum Beispiel China, das aufgrund eines bilateralen Abkommens mit Thailand weiterhin 30 Tage visumsfrei bleibt. Auch Länder wie Laos, die Mongolei, Russland, Kasachstan, Vietnam, Hongkong und Macau behalten ihre 30 Tage über separate bilaterale Vereinbarungen. Argentinien, Brasilien, Chile, Peru und Südkorea profitieren sogar weiterhin von 90 Tagen aufgrund eigener Abkommen, und Myanmar bleibt bei 14 Tagen, allerdings nur an internationalen Flughäfen.
Wann genau tritt das in Kraft?
Hier kommt der entscheidende Punkt, der für viele Reiseplanungen aktuell die größte Unsicherheit darstellt: Die Kabinettsentscheidung allein macht aus der Ankündigung noch kein geltendes Recht. Damit die neuen Regeln tatsächlich an der Grenze angewendet werden, muss die Maßnahme erst offiziell im Royal Gazette veröffentlicht werden, dem amtlichen Verkündungsblatt Thailands. Ab dem Tag dieser Veröffentlichung läuft dann eine Frist von 15 Tagen, bevor die neue Regelung tatsächlich in Kraft tritt.
Stand Ende Juni 2026 ist diese Veröffentlichung noch nicht erfolgt. Das bedeutet: Wer aktuell nach Thailand einreist und aus einem der 93 ursprünglich begünstigten Länder kommt, erhält weiterhin den alten 60-Tage-Stempel im Pass. Niemand kann derzeit ein konkretes Datum nennen, wann die Veröffentlichung erfolgen wird – Beobachter rechnen mit einem Zeitfenster, das sich über die kommenden Wochen erstrecken könnte, ein verbindliches Datum gibt es bislang aber nicht.
Diese Unsicherheit ist besonders für alle relevant, die längere Aufenthalte planen oder bereits Flüge und Unterkünfte für die kommenden Monate gebucht haben. Die Reisebranche empfiehlt deshalb grundsätzlich, sich an der täglich aktualisierten Informationslage zu orientieren und nicht an dem Datum der ursprünglichen Buchung.
Was passiert mit Leuten, die schon einen 60-Tage-Stempel haben?
Eine gute Nachricht für alle, die sich bereits mit einem 60-Tage-Stempel in Thailand aufhalten oder noch vor dem Stichtag einreisen: Das Kabinett hat ausdrücklich bestätigt, dass die neue Regelung nicht rückwirkend gilt. Wer bereits mit dem alten Stempel im Pass eingereist ist, darf die vollen 60 Tage plus die übliche einmalige 30-Tage-Verlängerung bei der Immigration vor Ort vollständig ausschöpfen. Die neue, kürzere Regelung greift ausschließlich für Einreisen, die nach dem offiziellen Inkrafttreten erfolgen.
Was bedeutet das für Auswanderer und Langzeitaufenthalter?
Für klassische Kurzurlauber, die ohnehin selten länger als ein bis zwei Wochen bleiben, ändert sich praktisch nichts. Die eigentliche Zielgruppe, die diese Änderung wirklich zu spüren bekommt, sind digitale Nomaden, Langzeitreisende und alle, die ihren Aufenthalt bislang flexibel über wiederholte visumsfreie Einreisen organisiert haben – also genau die Gruppe, über die wir auf diesem Blog regelmäßig sprechen.
Wer plant, sich länger als 30 Tage in Thailand aufzuhalten, oder wer aktuell noch in der Entscheidungsphase für den eigenen Umzug steckt, sollte sich jetzt aktiv mit den verfügbaren Alternativen zur einfachen Visa-Exemption auseinandersetzen. Dazu zählen unter anderem:
Die Destination Thailand Visa (DTV), ein fünf Jahre gültiges Mehrfacheinreise-Visum, das speziell auf digitale Nomaden, Remote-Worker und Personen mit sogenannten Soft-Power-Aktivitäten zugeschnitten ist und einzelne Aufenthalte von bis zu 180 Tagen ermöglicht.
Das Long-Term Resident Visum (LTR), das auf zehn Jahre ausgelegt ist und sich an vermögende Privatpersonen, Rentner mit entsprechendem Einkommen, Remote-Profis und hochqualifizierte Fachkräfte richtet, häufig verbunden mit steuerlichen Vorteilen und erleichtertem Zugang zu einer Arbeitserlaubnis.
Klassische Single- oder Multiple-Entry-Touristenvisa, die man bereits vor der Einreise bei einer thailändischen Botschaft oder einem Konsulat im Heimatland beantragt, falls von vornherein klar ist, dass ein längerer Aufenthalt geplant ist.
Sowie die Möglichkeit, nach 30 Tagen visumsfreiem Aufenthalt eine einmalige 30-Tage-Verlängerung direkt bei einem Immigration Office in Thailand zu beantragen, gegen eine Gebühr von aktuell 1.900 Baht.
Eine Anmerkung am Rande: Das Gesamtbild der Verschärfungen
Die Reduzierung der Visa-Exemption steht nicht isoliert da, sondern fügt sich in eine breitere Tendenz ein, mit der Thailand seine Einreisebestimmungen 2026 spürbar strenger gestaltet. Dazu zählt unter anderem die bereits eingeführte Begrenzung auf maximal zwei visumsfreie Landgrenzübertritte pro Kalenderjahr, mit der die bekannte Praxis der sogenannten Visa-Runs über die Grenzen zu Malaysia, Kambodscha, Laos und Myanmar eingedämmt werden soll. Auch eine generelle Verkleinerung der Liste visumsfrei berechtigter Länder von derzeit 93 auf rund 57 Staaten wird diskutiert, ebenso wie eine neue Ankunftsgebühr von 300 Baht für ausländische Flugreisende, die zur Finanzierung der touristischen Infrastruktur und einer Reiseversicherung dienen soll.
Wer also aktuell den Schritt nach Thailand plant, tut gut daran, sich nicht allein auf die klassische Visa-Exemption zu verlassen, sondern frühzeitig zu prüfen, welches Visum tatsächlich zur eigenen Lebenssituation passt.
Mein Fazit
Die Botschaft an alle, die sich gerade mit dem Gedanken ans Auswandern oder einen längeren Thailand-Aufenthalt tragen, ist eindeutig: Verlasst euch nicht mehr auf die 60-Tage-Regel als selbstverständliche Planungsgrundlage. Solange die Veröffentlichung im Royal Gazette noch aussteht, ist zwar offiziell noch die alte Regelung in Kraft, aber das kann sich kurzfristig ändern. Wer ohnehin nur 30 Tage oder weniger bleiben möchte, muss sich um nichts kümmern. Wer länger bleiben will oder plant, sollte jetzt aktiv die passenden Visa-Alternativen prüfen, statt auf eine Regelung zu bauen, die jederzeit kippen kann.
Ich werde die Entwicklung hier auf dem Blog weiter beobachten und euch informieren, sobald die offizielle Veröffentlichung im Royal Gazette erfolgt und damit ein konkretes Datum für das Inkrafttreten feststeht.
Hinweis: Dieser Artikel spiegelt den Informationsstand vom 30. Juni 2026 wider. Da sich die Situation kurzfristig ändern kann, empfehlen wir, die aktuellen Einreisebestimmungen vor jeder Reise zusätzlich über die offizielle Seite des thailändischen Außenministeriums oder die zuständige thailändische Botschaft zu verifizieren.

